Cashflow-Rechner Immobilie: So berechnet man den monatlichen Geldfluss
Der Cashflow ist die Antwort auf die praktischste Frage jedes Immobilieninvestors: Kostet mich dieses Objekt monatlich Geld — oder verdient es für mich? Die Mietrendite sagt, wie wirtschaftlich das Objekt theoretisch ist. Der Cashflow sagt, was monatlich tatsächlich auf dem Konto passiert.
Beide Kennzahlen gehören zu jeder vollständigen Analyse. Diese Seite erklärt die Cashflow-Formel, alle Eingaben und zeigt eine vollständige Beispielrechnung vor und nach Steuern.
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Was ist der Cashflow einer Immobilie?
Der Cashflow einer vermieteten Immobilie ist die Differenz aus monatlichen Mieteinnahmen und allen monatlichen Ausgaben. Er ist eine Liquiditätskennzahl — keine Renditekennzahl. Das ist der wichtigste Unterschied zur Mietrendite:
- Mietrendite beantwortet: Wie rentabel ist das Objekt?
- Cashflow beantwortet: Wie viel Geld brauche ich monatlich?
Ein Objekt kann eine ordentliche Rendite von 4 % ausweisen und gleichzeitig jeden Monat 200 € kosten — wenn die Finanzierungsrate die Mieteinnahmen übersteigt.
Die Cashflow-Formel
Cashflow (monatlich) = Kaltmiete − Hypothekenrate − nicht umlegbare Kosten
Hypothekenrate = Darlehensbetrag × (Zinssatz + Tilgungssatz) ÷ 12
Nicht umlegbare Kosten = Hausverwaltung + Instandhaltungsrücklage + Mietausfallwagnis + sonstige Eigentümerkosten
Vollständige Beispielrechnung
Objekt: 250.000 € Kaufpreis, 1.000 €/Monat Kaltmiete, 200.000 € Darlehen
Schritt 1: Mieteinnahmen
| Position |
Betrag/Monat |
| Kaltmiete |
+ 1.000 € |
Schritt 2: Hypothekenrate
- Darlehensbetrag: 200.000 €
- Zinssatz: 3,5 % p.a.
- Tilgungssatz: 2,0 % p.a.
- Gesamtsatz: 5,5 % p.a.
- Monatliche Rate: 200.000 × 5,5 % ÷ 12 = 917 €
Davon entfallen auf Zins: 200.000 × 3,5 % ÷ 12 = 583 €, auf Tilgung: 334 €.
Schritt 3: Nicht umlegbare Bewirtschaftungskosten
| Position |
Basis |
Betrag/Monat |
| Hausverwaltung |
Pauschale |
35 € |
| Instandhaltungsrücklage |
12 €/m² × 75 m² ÷ 12 |
75 € |
| Mietausfallwagnis |
3 % × 12.000 € ÷ 12 |
30 € |
| Summe Bewirtschaftungskosten |
|
140 € |
Weitere Informationen zur Instandhaltungsrücklage und zum Cashflow bei Immobilien im Glossar.
Schritt 4: Cashflow vor Steuern
| Position |
Betrag/Monat |
| Kaltmiete |
+ 1.000 € |
| Hypothekenrate |
− 917 € |
| Bewirtschaftungskosten |
− 140 € |
| Cashflow vor Steuern |
− 57 € |
Das Objekt kostet in diesem Szenario monatlich 57 € aus eigener Tasche.
Schritt 5: Cashflow nach Steuern
Für die steuerliche Betrachtung sind zwei Positionen als Werbungskosten absetzbar:
- Finanzierungszinsen: 583 €/Monat = 6.996 €/Jahr
- AfA (lineare Abschreibung 2 % auf Gebäudewert, angenommen 80 % des Kaufpreises = 200.000 €): 4.000 €/Jahr
- Weitere Werbungskosten: ~2.100 €/Jahr (Verwaltung, Instandhaltung, Rücklage)
Absetzbare Werbungskosten gesamt: 13.096 €/Jahr
Mieteinnahmen: 12.000 €/Jahr
Steuerliches Ergebnis: −1.096 € (Verlust)
Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % ergibt sich eine Steuererstattung von ca. 460 €/Jahr = 38 €/Monat.
| Position |
Betrag/Monat |
| Cashflow vor Steuern |
− 57 € |
| Steuerersparnis |
+ 38 € |
| Cashflow nach Steuern |
− 19 € |
Durch die steuerliche Wirkung von AfA und Zinsabzug reduziert sich die monatliche Zuzahlung von 57 € auf nur noch 19 €. Das Objekt ist nahezu selbsttragend.
Hinweis: Die Steuerrechnung hängt vom individuellen Grenzsteuersatz ab und wird hier vereinfacht dargestellt. RenditeStar berechnet einen Cashflow vor Steuern; steuerliche Feinplanung sollte mit einem Steuerberater erfolgen.
Cashflow-Benchmark: Wann ist ein Ergebnis gut?
| Cashflow vor Steuern |
Bewertung |
| > + 200 €/Monat |
Sehr gut — Objekt trägt sich mit Puffer |
| 0 bis + 200 € |
Gut — neutral bis leicht positiv |
| − 100 bis 0 € |
Akzeptabel in A-Lagen mit Wertsteigerungsthese |
| < − 200 €/Monat |
Warnsignal — prüfe Mietpotenzial und Finanzierungsstruktur |
Warum der Cashflow-Rechner mehr zeigt als die Mietrendite
Die Bruttomietrendite ignoriert die Finanzierung. Zwei Investoren, die dasselbe Objekt kaufen — einer mit 50 % Eigenkapital, einer mit 80 % Fremdkapital — sehen dieselbe Bruttorendite, aber völlig unterschiedliche Cashflows. Erst der Cashflow-Rechner zeigt, welche Finanzierungsstruktur für die eigene Liquiditätslage funktioniert.
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